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Nochmals etwas zum überlegen, nachdenken und einordnen der coronabedingten Fragen und Entwicklungen

Manifest zum 1. Mai 2020

Ein etwas anderer „Hirtenbrief“ zur Coronakrise

Mit den Massnahmen des Bundes und der „besonderen Lage“, die der BR am 17. März 20 verfügt hat, kann ich nicht besonders viel anfangen. Ich halte einen Teil der Massnahmen für eine angstbesetzte Überreaktion, die sich zudem in der Zwischenzeit z.T. auch deutlich als solche erwiesen hat. Trotzdem werden viele der unnötigen Massnahmen noch nicht zurückgenommen, darunter z.B. die Ausserkraftsetzung vieler bürgerlicher Freiheiten und demokratischer Rechte (Einreichung von Initiativen verboten etc.) und auch dem Verbot von Gottesdiensten. Wie viele Ansteckungen sind denn in Gottesdiensten geschehen – vermutlich keine; jedenfalls sind sie kaum nachweisbar. Ebenso wenig ist eine Wirkung des Verbots nachweisbar – nebst anderen Verboten. Also im Klartext: Welches Verbot hat wieviele Ansteckungen verhindert? Oder sind jetzt einfach pauschal alle getroffenen Massnahmen – sinnvolle und unsinnige – gleichermassen dafür verantwortlich, dass es nicht schlimmer gekommen ist?

Jetzt sind die Begründungen der Massnahmen verschoben worden. Zu Beginn wurden die Massnahmen mit dem definierten Ziel erlassen, eine befürchtete, mögliche Überlastung der Spitäler zu verhindern. Dem konnte zugestimmt werden, da man ja tatsächlich über die Virulenz des Virus wenig wusste – hätte ja sein können, dass es schlimm gekommen wäre. Die Intensivpflegeplätze in den Spitälern stehen aber zu 2/3 leer! Es ist zum Glück nicht so schlimm gekommen. Nun aber werden dieselben Massnahmen im Nachhinein damit begründet, dass die Gesundheit der Bevölkerung geschützt werden müsse und das habe absolute Priorität. Das ist eine ganz neue Argumentation, und die ist nicht wirklich rational und vernünftig. Dass die Gesundheit der Bevölkerung jetzt plötzlich auf diese und nur auf diese Weise vom BR geschützt werden könnte und müsste, ist sehr, sehr fraglich. Das kann getrost mit nein beantwortet werden. Das ist keine hinreichende und vernünftige Begründung für all diese Massnahmen. Das ist eine aus lauter Ängsten geborene „Rationalisierung“ des fälschlicherweise, in Überreaktion eingeschlagenen Kurses; den soll es offenbar „rechtfertigen“.

Bei der Zunahme der Erkrankungen am Coronavirus sehe ich keinerlei Anzeichen, dass die am 17. März verfügten Massnahmen auch nur irgendeinen dämpfenden Effekt gehabt hätten. Die Kurve sieht ganz genau so aus, wie ich sie schon ganz zu Beginn erwartet habe, ohne Epidemiologe zu sein, nämlich mit einer Gauss’schen Normalverteilungskurve mit dem Höhepunkt etwa Ende April. Es mag sein, dass sie insgesamt minim abgeflacht verlaufen ist. Sie wird – mit Naturnotwendigkeit! – weiter so verlaufen, wie sie muss, wie sie im Wesentlichen gar nicht anders kann. Sie wird Mitte Juni wieder im Bereich gegen Null „landen“ – mit oder ohne all die verordneten Massnahmen. Im Gegenteil – mit wird es höchstens noch etwas länger gehen. Es werden aber nicht weniger Patienten betroffen sein.

Wie viele werden betroffen sein, respektive wie viele werden an diesem Virus in Verbindung mit andern Krankheiten oder Schwächen insgesamt sterben?

An der Grippewelle im Jahr 2015 sind etwa 2500 Leute gestorben, d.h. etwa 1000 mehr als in durchschnittlichen Jahren. In der Statistik oben sieht man, dass die normalerweise eintretenden Todesfälle bei den über 65-Jährigen in diesem Jahr bis Anfang März an der untersten Grenze oder darunter lagen. Man könnte etwas zynisch sagen: Es bestand fast etwas „Nachholbedarf“ im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt. Im April folgte ein markanter Anstieg aufgrund der Coronainfektionen. Bei den Jüngeren ist der Verlauf trotz Coronavirus ganz normal. Bisher sind den Meldungen gemäss etwa 1600 Menschen an diesem Virus gestorben – die allermeisten davon nicht etwa am Virus allein, sondern im Verbund mit andern Vorerkrankungen oder altersbedingten Schwächen. Ohne mich sehr auf die Äste hinauszulassen, kann ich profezeien, dass es am Schluss etwa doppelt soviele sein werden, d.h. in der ganzen Schweiz vielleicht 500 mehr als eine gröbere, saisonale Grippe jeweils fordert.

Sind dafür all die Kollateralschäden, darunter wohl auch Krankheiten und Todesfälle, Depressionen, zu erwartende Konkurse, die Vielen die deswegen arbeitslos oder zu Sozialfällen werden, in Kauf zu nehmen und gerechtfertigt? – Dazu möchte ich doch noch ein paar Fragezeichen mehr machen???? – So etwas hätte die Schweizer Bevölkerung bei klarem Verstand nie und nimmer zugestimmt. Dass sie es jetzt scheinbar tut, ist nur den von den Behörden provozierten, überbordenenden und irrationalen Ängsten zuzuschreiben. Das wird sich noch rächen, sobald es die Leute „checken“.

Von den Virologen und Epidemiologinnen höre ich in den Medien kaum je gesicherte, wissenschaftliche Zahlen und Fakten – nicht einmal die, welche man ganz gewiss aus den bereits vorliegenden Zahlen herauslesen könnte! Stattdessen noch und noch irgendwelche auf die Zukunft bezogenen „Meinungen“ oder „Einschätzungen“. Sie werden von den Journalistinnen ja auch stets danach gefragt. Aber anstatt zu sagen, „das kann man nicht wissen“, vermuten sie irgendetwas mit einer Wahrscheinlichkeit, die sie auch nicht definieren, die aber irgendwo im Bereich von 50% liegen muss – kann sein, kann auch nicht sein. Ich glaube, die leben jetzt wohl daran, dass sie in den Medien so prominent zur Sprache kommen, und die Medien bewirtschaften einfach das Thema ohne erkenntlichen Gewinn für die Medienkonsumenten. Es wird nur noch mehr Angst geschürt und laufend Treueschwüre zu den Behörden und ihren Massnahmen abgegeben. Mich überzeugt das nicht, ganz im Gegenteil: Es macht mich mehr und mehr skeptisch und kritisch in Bezug auf ebendiese.